GALERIE WERNER WOHLHÜTER
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Kreuzstraße 12, D-88637 Leibertingen-Thalheim
Tel. +49 (0) 75 75 / 13 70, Fax: 54 67
eMail: mail@galerie-wohlhueter.de
www.galerie-wohlhueter.de
Öffnungszeiten:
Freitag 13-18 Uhr
Samstag 10-13 Uhr
und nach Vereinbarung
Galeriebesuche zwischen den Ausstellungen bitte nach tel. Vereinbarung

Routenplaner:

MESSEBETEILIGUNGEN
Art Karlsruhe
Art Bodensee Dornbirn
MITGLIEDSCHAFTEN
Bundesverband Deutscher Galerien
Landesverband Galerien in Baden-Württemberg
JÖRG BACH
geb. 1964 in Wolgast
Studium an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
lebt in Mühlheim / Donau

Trotz der stetigen Weiterentwicklung seiner Formensprache, die sich auch in der Verwendung neuer Materialien wie dem polierten, Licht und Umgebung widerspiegelnden Edelstahl seiner „Reflektoren“ niederschlägt, zeichnen sich Jörg Bachs Stahlskulpturen vor allem durch den „Fluss“ ihrer Bewegung aus. Sie verschließen sich gegenüber ihrer Umwelt, bilden Innen- und Zwischenräume und strahlen gleichzeitig auf den Raum aus, wodurch wiederum der Betrachter verstärkt gefordert ist, weil es letztlich von seinem Blickwinkel abhängt, welche im Werk angelegten Aspekte er wahrnimmt und erfährt. Jörg Bachs großformatige Stahlskulpturen im Öffentlichen Raum sind gekennzeichnet durch visuelle Bewegung und Dynamik, wodurch sie in Kontrast zu ihrem harten und statischen Material wie auch zur Linearität der sie umgebenden Architektur und Technik stehen. Gleichzeitig fügen sie sich als autonome Gebilde in die Naturlandschaft ein, indem sie sich wie Pflanzen in sich zurückzuziehen und sich gleichzeitig zu entfalten, also mit uns und ihrer Umwelt zu interagieren scheinen. Sie stellen damit ästhetische Fixpunkte in Landschaft bzw. urbaner Umgebung dar, die nichts repräsentieren außer sich selbst, und uns gerade deshalb dazu animieren, innezuhalten und dem freien Spiel ihrer Formen sowie ihren sich permanent wandelnden Oberflächenstrukturen zu folgen. (Dr. Ferdinand Messner)

Werkabbildung / listed on artfacts.net / wikipedia.org
GERDA BIER
geb. 1943 In Schwäbisch Hall
Studium an der Staatlichen Akademie für Werkkunst und der Hochschule der Künste Berlin
Meisterschülerin an der HdK Berlin
1998 Erich-Heckel- Preis des Künstlerbundes Baden-Württemberg
lebt in Schwäbisch Hall
Rolf Bodenseh
geb. 1941 in Tübingen
Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
1984 Vertretung von Prof. Baumann an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
lebt in Aichtal
Daniel Bräg
geb. 1964 in Pfullendorf
Studium an der Akademie der Bildenden Künste München
Meisterschüler bei Prof. Olaf Metzel, Diplom
Gaststudium an der Hochschule der Bildenden Künste Frankfurt bei Prof. Ulrich Rückriem
1993 Postgraduiertenstipendium des Freistaates Bayern, Arbeitsstipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg
1994-95 DAAD-Jahresstipendium für Japan
2012 Theodore Randall International Chair, Stiftungsprofessur an der Alfred University, NY, USA

An der Schnittstelle zwischen Natur und Kunst, wo organische Strukturen auf menschliche Gestaltung treffen, beginnt der Bildhauer Daniel Bräg seine künstlerische Arbeit und führt die Gegensätze zusammen: den ewig währenden Naturkreislauf einerseits und die kulturell bestimmte Zeit des Menschen andererseits. In großen Installationen und Fotografien inszeniert er humorvoll Wachsen, Blühen, Reifen und Verwelken von Obst und Pflanzen. Schrumpelige Birnen liegen etwa, gebettet ins eigene Schimmelbeet, auf Kühlregalen neben Einmachgläsern, die Zweige mit frisch aufgeplatzten Blätter- und Blütenknospen konservieren. Die Vergänglichkeit der Natur erhält so eine eigene Ästhetik und Schönheit - befreit von der Symbolgewalt barocker Vanitasbilder, die Prozesse der Verwesung zu Allegorien auf die Nichtigkeit des Lebens verkürzen.

Werkabbildungen
Karolin Bräg
geb. 1961 in Köln
Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München
1990 Kunstförderpreis der Hohenzollerischen Landesbank Sigmaringen
1994/95 Studienaufenthalt in Japan
2000 HSP III - Stipendium des Bayerischen Staatsministeriums
2005-2008  Mitglied der Kommission für Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum, Quivid in München
2007-2010 Künstlerische Assistentin am Lehrstuhl für Bildnerisches Gestalten, Fakultät  für Architektur, Technische Universität München
lebt in München

Existenzielle Themen stehen im Zentrum des künstlerischen Werkes von Karolin Bräg. Ob sie Identitäten befragt oder Vorstellungen vom Abschied, es sind immer sehr persönliche Aussagen, die die Künstlerin in ihren Gesprächen erfährt. Es ist ihre Kunst, einerseits zuzuhören und sich dafür Zeit zu nehmen und andererseits den persönlichen Ansichten durch Verkürzung eine Allgemeingültigkeit zu verleihen. In ihren Werken initiiert Bräg das Aufeinandertreffen von öffentlichem und privatem Lebensbereich. Wie Sinnsprüche bieten die persönlichen Äußerungen und Assoziationen dem Betrachter Anlass, sich mit seinen eigenen Wünschen und Ansichten zum Thema auseinanderzusetzen. Dafür wählt sie den Ort ihres künstlerischen Eingriffs sorgsam aus, um Kommunikation entstehen zu lassen - ein offenes Gespräch. (Sandra Wolf)

Werkabbildungen
Franz Bucher
geb. 1928 in St. Gallen
1944-1947 Holzbildhauerlehre
1951-1952 Studium an der Kunstschule Bernstein
1958 Oberschwäbischer Kunstpreis der Jugend
1960 Deutscher Kunstpreis der Jugend
1965 Villa-Romana-Preis, Florenz
1970 Internationales Bildhauersymposium "Forma Viva", Jugoslawien,
Mitbegründer des Forum Kunst Rottweil
1977 Holzbildhauersymposium Freiburg i.Br.
1995 in Dietingen gestorben
Willi Bucher
geb. 1943 in St. Gallen
1957-1961 Lehre als Chirurgiemechaniker
1962-1964 bei Franz Bucher
1965-1970 Ausbildung zum Steinbildhauer
seit 1974 freischaffender Bildhauer
1975 Preis für Bildhauer der Stadt Salzburg
2003 Stadtkünstler Spaichingen
Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg
zahlreiche Ausstellungen und Teilnahmen an Symposien
lebt in Fridingen / Donau

Willi Bucher ist freischaffender Bildhauer, inspiriert durch seinen 15 Jahre älteren Bruder Franz Bucher. Seit Mitte der 1970er Jahre stellt er Larven - kleine Kunstobjekte - her, die fast alle in schwarzen Kisten einen Rahmen finden. In der Bearbeitung wachsen aus altem Eichenholz ausdrucksstarke Gesichter. Durch zusätzliches Bekleben und Bemalen werden die einzelnen Objekte weiter verfremdet. Jede dieser Larven ist ein Unikat, hat einen individuellen Charakter, deren Physiognomie oft überzeichnet ist - mittlerweile fast 900 Stück an der Zahl. Parallel zu diesen Arbeiten aus Holz gestaltet Willi Bucher freie Skulpturen aus dunklem Naturstein, bevorzugt Diabas, Belgisch Granit oder Basalt, feinst geschliffen und poliert. Außerdem werden von ihm Prinzipalien für Kircheninnenräume entworfen und in meist heimischen Gesteinsmaterialien ausgeführt.

Werkabbildungen / listed on artfacts.net
Josef Bücheler
geb. 1936 in Wiesbaden
Lehre als Kunstglaser und Glasmaler
1996 Erich-Heckel-Preis des Künstlerbundes Baden-Württemberg
Mitglied im Deutschen Künstlerbund
lebt in Rottweil-Hausen
Riccardo Cordero
1942 Born in Alba, Italy
1965 Graduated with honors in Sculpture at Accademia Albertina in Turin, later Dean of Sculpture School until 2002
1966 Solo show: Riccardo Cordero, Ferrari Gallery in Verona; invited to the Biennale of Sonsbeek, Gemeentemuseum, Arnhem (Netherlands)
1971 First price in a national competition for the realization of one sculpture to be placed in a public area in Turin.
About 50 competitions for public artworks won and realized until today
1972 IX Biennial of Menton (France)
1975 VIII Biennale del metallo, Gubbio (Italy)
1978 Invited to XLVIII Venice Biennale (Italy) with a group of sculptures
1979 Solo show: Riccardo Cordero, La Bussola Gallery, Turin (Italy)
1984 Solo show: Riccardo Cordero, Gallery 32 in Milan (Italy)
1993 Solo show: Sculptures et dessins 1987 to 1993, Maison des Arts et Loisirs, Thonon-les-bains and Le Dome, Albertville (France)
1993 Sculpture: Grande ferro, Lookout Foundation, Pennsylvania, USA
1997 Solo show: Il pensiero della scultura, Conference Centre, Alba (Italy)
2000 Solo show: In the same space, Cordero-King-Venet, Automobile Museum, Turin (Italy)
2001 The eye of the storm, Villa dei Laghi, Venaria Reale (Italy)
2005 Sculpture: Meteora, Shanghai Sculpture Park , China. Invited to realize the sculpture in place in Guilin, China
2005 Solo show: Du projet à la réalisation, Galerie ò Quai des Arts, Vevey (Switzerland) and invited to the XIV Quadriennale in Rome
2006 Sculpture: Comet for the Rose Garden Park in Taiwan, invited again to realize in place
2007 Solo show: Riccardo Cordero, opere 1960-2007, itinerant exhibition in Buenos Aires, Monte0video and Sao Paulo do Brasil, South America
2010 University of Taiwan, Master in Sculpture. Culture Ministry of Kurdistan, Sculpture Lectures in Erbil and Soulimania, Iraq
2011 LIV Biennale of Venice, Italia Pavillon, Regional Science Museum of Torino (Italy)
2012 Solo show: Macromondi spezzati, Castelpergine, (Italy)
Sculpture-fountain: Iron and water, Novara (Italy)
2013 Solo show: Riccardo Cordero, Giganti dell’età del ferro 1960-2013, Caraglio (Italy)
2014 20 Jahre Galerie Wohlhüter, Leibertingen-Thalheim (Germany),
Stahl Werk, Skulptur & Zeichnung, Kreissparkasse, Rottweil (Germany)
2014 14 Sculture da camera, Riccardo Cordero e Masayuki Koorida, Casa Toesca, Rivarolo Torinese
Sculpture: Grande segno nel cielo, 2014 Kaohsiung, Taiwan (R.O.C)
2015 Schweizerische Triennale der Skulptur, Bad Ragaz (Switzerland) and
Vaduz (Liechtenstein)
2015 Silent dialogues, Cermak Eisenkraft Gallery, Prague (Czech Republic)
lebt in Turin
Isa Dahl
geb. 1965 Ravensburg
Studium an der Staatlichen Akademie der  Bildenden Künste Stuttgart bei den Professoren Peter Grau und Erich Mansen
1989 Wechsel an die Kunstakademie Düsseldorf zu Professor Dieter Krieg
1991 Meisterschülerin
1992 Reisestipendium der Kunstakademie Düsseldorf USA
1. Preis „Neue Malerei“, Kunstpreis der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen
1993 Förderpreis beim 11. Bundeswettbewerb „Kunststudenten stellen aus“
93/94 Graduiertenstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen
1994 Gründung der Künstlergruppe maximal, seither gemeinsame Projekte
1995 Villa Romana-Preis, einjähriger Aufenthalt in Florenz
1996 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg
1997 1. Förderpreis „Oberschwäbischer Kunstpreis“
1996/98 Karl Schmidt-Rottluff Stipendium
1999 Stipendium Herrenhaus Edenkoben
1999 Förderprojekt der Columbus Art Foundation
1999 Förderpreis Künstlerbund Baden-Württemberg
lebt in Stuttgart

Ich sehe meine Bilder in der malerischen Tradition des Tafelbildes. Ich arbeite mit Schichten lasierender Ölfarbe, die nass in nass auf das Weiß der grundierten Leinwand aufgetragen werden. Durch diese Grundhelligkeit wird die Leuchtkraft der Farben und ihre Lichthaltigkeit gesteigert.  Bildräume entstehen nicht nur aus dem Leuchtlicht der Farbräume selbst, sondern aus dem Rhythmus der Pinselschwünge, aus dem Wechsel von Licht- und Schattenpartien, aus dem Vor- und Zurücktreten von Räumlichkeit. Durch malerischen Duktus, durch Geste der einzelnen Pinselstriche bauen sich fest gefügte Bildordnungen auf und es entwickeln sich Bildräume zwischen Dynamik und Ruhe. Es geht mir darum, die Bewegungen des Pinsels nachzuvollziehen, die den Rhythmus der Bilder wie ein Ein- und Ausatmen  bestimmen und den Betrachter in diese Tiefe des Bildraumes zu führen, auf eine Art „Wanderung“ in die Malerei hinein. Denn das Bild als Endprodukt eines Prozesses, dessen Energie ablesbar und fühlbar bleibt, geht im Trocknungsprozess in einen Zustand der Stille und Unveränderbarkeit über. Malerei sehe ich als Mittel zur Erschaffung eines gelungenen Ortes, der gar nicht mit einer direkten Zeitlichkeit verbunden ist, und der da entsteht, wo immer das Bild ist. „Damit ist die Überzeitlichkeit des Bildes gemeint und seine Funktion als emotionaler Sehnsuchtsort“. (Dr. Sabine Heilig) Und natürlich geht es bei Bildern einfach und vielleicht vor allem um die Schönheit, die Schönheit von Farbe und Licht. (Isa Dahl)

Werkabbildung / listed on artfacts.net / wikipedia.org
Felix Droese
geb. 1950 in Singen/Hohentwiel
Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf bei Peter Brüning und Joseph Beuys
1982 Teilnahme an der Documenta VII, Kassel
1986/87 Professur für Malerei und Graphik an der Städelschule Frankfurt a.M.
1987 Kunstpreis Glockengasse, Köln
1988 Teilnahme an der Biennale Venedig ("Haus der Waffenlosigkeit")
1996 Art-Multiple-Preis, Düsseldorf
1998 Deuschlandbilder, Martin-Gropius-Bau, Berlin
2003 "Aldi Multiple"
2007 Hamburger Kunsthalle, 10 Jahre Galerie der Gegenwart
2008 Diözesanmuseum Kolumba Köln, Der Mensch verlässt die Erde
2009 Kunstmuseum Stuttgart, Drei. Das Triptychon in der Moderne
lebt in Mettmann

Felix Droese gehört zu den wenigen deutschen Künstlern seiner Generation, in deren Werk Politik und Geschichte eine zentrale Rolle spielen. Dabei reicht das Spektrum von der Auseinandersetzung mit der jüngeren deutschen Vergangenheit bis zur aktuellen Stellungnahme im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien. Daneben steht jedoch gleichwertig eine Beschäftigung mit existentiellen Fragen, bei der dem Künstler Rückgriffe auf eine traditionelle religiöse Bildsprache ebenso selbstverständlich sind wie der Rekurs auf theologische Diskussionen.
Der Gefahr des Abgleitens ins Plakative oder Moralisierende, die sich bei solchen Themen leicht ergeben könnte, begegnet Droese zum einen durch eine Haltung des permanenten Widerspruchs, die ihren Niederschlag findet in Werktiteln wie „Die doppelte Wahrheit“ oder „Die Realisierung des Raumes zwischen Ja und Nein“. Zum andern insistiert Droese zu Recht auf der in der bisherigen Rezeption oft dem Inhalt untergeordneten Formfrage, wenn er festhält: „Die Arbeit, die wir zu leisten haben, ist: Formen hervorzubringen“. Es geht also immer auch um die Lösung von gestalterischen Problemen. Das kann heißen: in den Papierschnitten um das Verhältnis von Fläche zu Raum oder in der Druckgraphik um jenes von Zeichen zu Bild. Distanz zur „Schwere“ des Inhalts schafft Droese aber nicht zuletzt auch durch die vielfältige Verwendung von Fund- und Gebrauchsmaterialien, die sich, unspektakulär in ihrer Erscheinung und selbst Träger von ihnen eigenen Geschichten, vorschnellen „Lösungen“ widersetzen und zu einer intensiveren Auseinandersetzung herausfordern.
Damit geht Felix Droese einen Weg weiter, der von seinem Lehrer Joseph Beuys vorgezeichnet wurde: Der Begriff der „sozialen Plastik“ und die Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Leben sind auch für ihn zentrale Kategorien, die er belebt und mit seiner eigenen künstlerischen Sprache in eine neue Dimension überführt.

Werkabbildung / listed on artfacts.net / wikipedia.org
Angela Flaig
geb. 1948 in Schramberg
Pädagogisches Studium in Rottweil
lebt in Rottweil-Hausen
Hannes Forster
geb. 1955 in Tuttlingen
Studium an der Hochschule der Künste Berlin
Kunstpreis junger westen, Recklinghausen
lebt in Jamlitz

Die Arbeiten von Hannes Forster beschäftigen sich mit Phänomenen von Architekturen. Sie beziehen sich auf diese und sind nur in Verbindung mit der jeweiligen Architektur sinnvoll. So steht eine Arbeit immer im Kontext mit vorher Gebautem: entweder in geschichtlicher Form (Serie der Arbeiten zur Zeit), mit direkt räumlichem Bezug bzw. in Verbindung zur Architektur oder als Gegenstück zum Gebauten wie zum Beispiel als Konterkarierung von so genannten architektonischen Restflächen. Wie die Inhalte so sind dabei auch die Materialien eigentliche Baustoffe. Sie reichen von losem Sand über gemauerte Steine bis zu Klebe-Pseudo-Plastikklinkern und werden immer für die Situation passend ausgesucht. Die auf diese Weise entstehenden Arbeiten sind also keine solitären Werke, sondern bilden stets eine Einheit mit dem zu bespielenden Ort.

Werkabbildung / listed on artfacts.net / wikipedia.org
Kurt Frank
geb. 1926 in Tübingen
1941-1943 Schlosserlehre
Militär, englische Gefangenschaft
1946-1949 Kunstschule Bernstein, Studium bei Paul Kälberer und Hans Ludwig Pfeiffer
1949-1950 Kunstakademie Freiburg, Studium bei Rudolf Dischinger
1951-1953 Kunstschule Bernstein, Studium bei HAP Grieshaber
ab 1953 Freischaffender Künstler in Tübingen
1977 Umzug nach Rottenburg a.N.
1995 in Tübingen gestorben
Angelika Frommherz
geb. 1961 in Sigmaringen
Studium der Malerei an der Akademie der Bildenden Künste München
Meisterschülerin bei Prof. Jürgen Reipka
1995 Goldrausch VII, Förderung durch den Berliner Senat
lebt in Berlin

Das zentrale Thema der gestickten Zeichnungen „Jardin“ ist das haptische Erspüren der gestickten Linien in einer Zeichensprache, die in immer neuen Variationen Liniengefüge entwickelt, die Assoziationen an die Pflanzenwelt hervorrufen. Der Stickvorgang beginnt auf der Vorderseite, eine Form wird aufgezeichnet, nachgestickt oder auch frei entwickelt. Die Linie durchwirkt das Papier, sie bildet 2 Seiten, die Vorder- und Rückseite, die beide gleich wesentlich sind, zusammen gehören, sich ergänzen. Aus der Geste, dem rhythmischen, impulshaften und gleichzeitig meditativen Ein- und Durchstechen entwickelt sich eine eigenständige Zeichensprache. Ausgehend von Linien und Kreisen bilden sich organische Formationen, Vorder- und Rückseite werden hin und her gestickt, ein lebendiges Liniengefüge entsteht. Bei der Installation der Arbeit wird der üblicherweise unsichtbaren Rückseite und ihrem Zufallscharakter volle Geltung verliehen, das Blatt wendet sich, zeigt sich von beiden Seiten, der organische Arbeitsprozess des Stickens spiegelt sich in der Hängung wider.

Werkabbildung / listed on artfacts.net
Armin Göhringer
geb. 1954 in Nordrach
Studium an der Hochschule für Gestaltung Offenbach a.M.
2001 Preis für Skulptur der Stadt Mörfelden-Walldorf
2003 Stadtkünstler Spaichingen
lebt in Zell a.H. / Schwarzwald

Der Bildhauer Armin Göhringer bearbeitet Holz. Er schneidet sich mit der Kettensäge in kompakte Stämme und spürt dabei sensibel dem Druck und Zug nach, die als gewachsene Kräfte den Charakter des Materials bestimmen. Er sägt zum einen aus dem organischen Material kubische Formen heraus und ist dabei figurativ ohne figürlich zu sein. Zum anderen reduziert er die raumverdrängende Kompaktheit des Materials bis an die Grenze des Machbaren auf filigrane Trägerelemente und schafft damit Skulpturen, deren Spannung von Tragen und Stützen, Berühren und Distanz, Bewegung und Ruhe den Betrachter nachhaltig beeindrucken.

Werkabbildung / listed on artfacts.net / wikipedia.org
Dieter Groß
geb. 1935 in Stuttgart
Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
1972 Berufung zum Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
lebt in Stuttgart
Romuald Hengstler
geb. 1930 in Deisslingen, gest. 2003
Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Mitglied im Deutschen Künstlerbund
Bernd Hennig
geb. 1952 in Heilbronn
Studium an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim und der der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
seit 1994 Professor an der FH Anhalt, Dessau-Roßlau
Andrea Kernbach
geb. 1955 in Köln
Studium an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
lebt in Aulendorf
Nikolaus Kernbach

geb. 1951 in Ravensburg
Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
Mitglied im Deutschen Künstlerbund
lebt in Aulendorf und Arigo / Schweiz
Jürgen Knubben
geb. 1955 in Rottweil
seit 1993 Leiter des FORUM KUNST Rottweil
1994 Kunstpreis der Stadt Bamberg
2003 Stadtkünstler Spaichingen
2006 Gastvorlesungen an der Universität Taipai / Taiwan
Kulturpreis der Stadt Rottweil
lebt in Rottweil
Hans-Jürgen Kossack
geb. 1965 in Mühlheim / Donau
1982-1984 Ausbildung zum Schreiner
1988-1990 Ausbildung zum Steinbildhauer
1994 Pentiment HAW Hamburg
1996-1997 Studium an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
2001 Stadtkünstler Spaichingen
2005 Gast im Alten Schlachthof Sigmaringen
2006 Gast der Stiftung Bartels Fondation Basel / CH
Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg
lebt in Fridingen / Donau
Gudrun Krüger
geb. 1922 in Tübingen, gest. 2004 in Eningen unter Achalm
Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und an der Akademie der Bildenden Künste Wien, Meisteratelier
ab 1945 freischaffend in Eningen unter Achalm
Mitglied im Deutschen Künstlerbund
Gerhard Langenfeld
geb. 1955 in Bad Saulgau
Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Mitglied im Deutschen Künstlerbund
2008 Kunstpreis der Hohenzollerischen Landesbank Kreissparkasse Sigmaringen
lebt in Saulgau
Bernhard Maier
geb. 1949 in Wasseralfingen
Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste und der Universität Stuttgart
lebt in Sigmaringen
Werner Mally
geb. 1955 in Karlovy Vary (Karlsbad) CZ
1966 Umzug in die Bundesrepublik Deutschland
1975-1980 Studium der visuellen Kommunikation an der FHS München
1980-1984 Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München
1984-1985 Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Wien
1987 Diplom an der Akademie der Bildenden Künste München
1985 Füger-Preis, Akademie der Bildenden Künste Wien
1990 Debütantenpreis des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst
1999 Kunstpreis der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
2006 Artist in Residence Krems, Stipendium von ORTE Architekturnetzwerk
2016 Luther-Denkmal Berlin, 2. Preis mit Kunze-Seeholzer-Architekten
D. A. Marbach
geb. 1954 in Stuttgart
Studium der Kunsterziehung
lebt in Bad Saulgau

Nach langen Jahren mit Schwerpunkt auf „Malerei als Objekt“ widmet sich D. A. Marbach seit einigen Jahren mehr dem Thema „Linie“. Der Schwerpunkt lag und liegt dabei auf der spontanen, expressiven Linie, die frei und offen die Hand verlässt. Diese wird in verschiedensten Medien realisiert. Klassisch als Acrylmalerei, weiter in der Umsetzung in Cut-Outs aus Papier, das anschließend wieder bemalt wird, oder aus Acrylglas gelasert, und schließlich in allen denkbar möglichen Ausformungen, die der Computer bietet. Neuerdings ähneln  die anfangs ungegenständlichen Arbeiten mehr und mehr floralen Gebilden, was sich auch in den Titeln widerspiegelt.

Werkabbildung / listed on artfacts.net
Roland Martin
geb. 1927 in Tuttlingen
1946-51 Studium an der Bernsteinschule bei Hans Ludwig Pfeiffer und Paul Kälberer
1950 Studium an der Staatl. Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, Außenstelle Freiburg bei Wilhelm Gerstel
1951-52 Schüler von Fritz Nuss
Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg und im Deutschen Künstlerbund
lebt in Tuttlingen

Entstehen bis etwa 1980 noch abstrakte Reliefs und Plastiken aus Metall, so wendet sich Roland Martin ab Mitte der 70er Jahre der menschlichen Figur zu. Vordergründig betrachtet sind seine in Bronze, Aluminium oder Keramin gegossenen Figuren zwar gegenständlich und figurativ, bei genauerer Betrachtung zeichnen sie sich aber durch ein hohes Maß an Abstraktion aus: Seine Darstellungen von Menschen sind keine Porträts. Es geht dem Künstler nicht um wiedererkennbare Gesichtszüge, sondern um allgemeingültige Charakterstudien. In der äußeren Erscheinung, in Mimik, Körpersprache und Verhalten der einzelnen Figur oder einer ganzen Figurengruppe spiegelt sich die Seele des Menschen und damit das spezifisch Menschliche ebenso wie soziale Beziehungen. Unterstrichen wird dies oft durch abstrakte Formen oder Raster, mit denen die Figuren interagieren oder in die sie eingebettet sind. (Dr. Ferdinand Messner)

Werkabbildung / listed on artfacts.net / wikipedia.org
Gerhard Opitz
geb. 1942 in Hochdonn / Holstein, gest. 1999
ab 1972 freischaffender Künstler in Tuttlingen
Johannes Pfeiffer
geb. 1954 in Ulm
Studium der Bildhauerei an der Accademia delle Belle Arti di Roma / Carrara
lebt in Lanzo Torinese und Turin

Der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit von Johannes Pfeiffer liegt im Bereich der Rauminstallationen und Landart-Projekte. Dabei beschäftigt er sich insbesondere mit dem labilem Gleichgewicht der Dinge. Indem er davon ausgeht, dass nicht Alles so ist, wie es den Anschein hat, beinhaltet seine künstlerische Arbeit Versuche, Gerades schräg zu machen und das Prekäre im Leben hervorzuheben. Weil die Dinge immer noch eine andere Bedeutung haben als die offensichtlich wahrnehmbare, ist Pfeiffer den nicht offensichtlichen Dingen auf der Spur und versucht, diesen einen künstlerischen Ausdruck zu geben. Dafür benötigt der Künstler Zugang zu unbewusstem Wissen, eine Sprache bzw. ein Mittel sich auszudrücken, und er muss in der Lage sein, dem im unbewussten Wissen Erfahrenen eine Form zu geben bzw. es darzustellen.

Werkabbildung / listed on artfacts.net
Klaus Prior
geb. 1945 in Wesel / Niederrhein
Studium der Malerei an der Kunstgewerbeschule St. Gallen
lebt in Lugano / Schweiz

Der Maler Klaus Prior, der seit den 1990er Jahren an der Erneuerung der Holzplastik wesentlichen Anteil hat, zählt lange schon zur Gruppe der bekannten, expressiv arbeitenden Bildhauern, die ihre Werke mit der Kettensäge erarbeiten, farbig bemalen und mit Werken in renommierten Ausstellungsräumen wie im öffentlichen Raum vertreten ist (Christoph Bauer, Städtisches Kunstmuseum Singen). Klaus Priors Kunst, seine Skulpturen ebenso wie seine Werke auf Leinwand und Papier entstehen ohne vorhergehende Skizze, ohne Modell, je nach Größe oft in einem Arbeitsgang, spontan und konzentriert zugleich. In einer Form des psychischen Automatismus wird die augenblickliche Befindlichkeit visualisiert. Die Bilder spiegeln rohe, intuitive Empfindungen. Mit spontan gewählten Farben, impulsiven Gesten und rasch hingeworfenen Pinselstrichen umreißt der Künstler aus einer inneren Notwendigkeit die Silhouetten seiner Motive. In den offensiven Ausbrüchen über die Formgrenzen hinaus, in der proportionalen Überbetonung von Köpfen, Gliedmaßen, Gesichtern oder Gebärden, in all jenen eigenwilligen Stilmitteln leben die unkaschierten Arbeitsspuren als Manifeste des momentanen Ausdrucks fort (Dr. Stefanie Dathe, Museum Villa Rot).

Werkabbildung
Karl Manfred Rennertz
geb. 1952 in Eschweiler / Rheinland
Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei I. Kamp und A. Hüppi
1976 Meisterschüler bei Prof. A. Hüppi
1977 Bernhard-Hoetger-Preis, 1. Preis des Lions Clubs Düsseldorf zur Förderung junger Kunst
1981 1. Preis Forum Junger Kunst, Württembergischer Kunstverein, Stuttgart
1982 Kunstpreis der Stadt Nordhorn
1983 Mitglied im Deutschen Künstlerbund
1986 Beitrag der BRD zur 6. Triennale von New Delhi
1989 Villa-Massimo-Stipendium, Rom
1995 Gastprofessur an der Kunstakademie Bremen
1996 1. Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde junger Kunst, Baden-Baden
1999-2000 Gastdozent im Fach Bildhauerei der Fachhochschule Pforzheim
2004 Professor für Bildhauerei an der Fachhochschule Detmold
2005 "Artist in Resindenz", Universität Witten / Herdecke
lebt in Baden-Baden, Detmold und Zürich
Gert Riel
geb. 1941 in Prien am Chiemsee
Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Rudolf Hoflehner
1989 Erich-Heckel-Preis des Künstlerbundes Baden-Württemberg
bis 2005 Dozent an der Abteilung für Bildhauerei der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Mitglied im Deutschen Künstlerbund
lebt in Remshalden - Buoch

Riels Wandarbeiten aus Stahl oder Aluminium bewegen sich zwischen der Zweidimensionalität des Gemäldes und der Dreidimensionalität der Skulptur. Biegefähigkeit und Elastizität des Materials sind bei der Realisation der Reliefarbeiten ein wesentlicher Faktor; diese Eigenschaften werden bewusst wahrgenommen und gezielt eingesetzt. Die Spannungsenergie des Biegungsprozesses bleibt bei der Weiterverarbeitung im Objekt gespeichert und wird so spürbar und sichtbar gemacht. Eine Lackierung im Sinne einer monochromen Farbfeldmalerei entwickelt auf dem gespannten Körper nuancierte Farbabstufungen innerhalb des jeweiligen Farbtons. Der Grad der Anwesenheit oder Zurückhaltung der Wandarbeiten wird weitgehend von der gewählten Farbe bestimmt; ebenso spielt die Art der Lackierung, z.B. matt oder hochglanz, eine wesentliche Rolle, wobei reflektierende Oberflächen die Bewegungsabläufe im umgebenden Raum abbilden. Bei den neuesten Arbeiten werden Teilflächen der Aluminiumform poliert, womit sich das Objekt optisch noch mehr von der Wand weg in den Raum bewegt. Wenn zusätzlich eine Teilfarbfläche darübergelegt wird, bildet sich nochmals eine weitere Ebene zur Wand.

Werkabbildung / listed on artfacts.net / wikipedia.org
Werner Schmidt
geb. 1953 in Oppenau / Schwarzwald
1973-77 Studium an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim, u.a. bei Hans Baschang und Jürgen Brodwolf
seit 1985 Tätigkeit als freischaffender Künstler
1989 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg
1996 Stipendium der Cité Internationale des Arts, Paris
2000 Stipendium der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München
seit 1989 Kurator der Kunstsammlung Badische Stahlwerke, Kehl
seit 2008 Forschungsaufträge im Bereich Bildende Kunst für das Freiburg Institute for Advanced Sudies (FRIAS) der Universität Freiburg
Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg, im Bundesverband Bildender Künstler und dem PlakatWandKunst e.V.
lebt in Oberkirch

Bei den Bildern von Werner Schmidt steht unverkennbar die Farbe im Vordergrund. Diese wird von ihm in zahlreichen Schichten Nass in Nass und mit schwingenden Bewegungen, an denen der ganze Körper beteiligt ist, auf den Bildgrund aufgetragen. Der Prozess des Übermalens, welcher der literarischen Methode des Überschreibens entspricht, dauert dabei genau so lange, bis der Künstler mit einer momentanen Bilderscheinung zufrieden ist, oder genauer: bis das Bild ihm sagt, dass er aufhören soll zu malen. Er nimmt sich also nicht etwa vor, ein rotes, gelbes oder graues Bild zu malen. Vielmehr ist das fertige Bild Ergebnis eines Zwiegesprächs zwischen Bild und Künstler - mit offenem Ausgang und der Möglichkeit des Scheiterns. Schmidts Bilder sind auch keineswegs monochrom. Vielmehr ergibt sich eine fiktive und zugleich tatsächliche Räumlichkeit als Folge der Überlagerung, Durchdringung und Transparenz der Farbschichten, wobei insbesondere am Bildrand frühe Schichten stehen bleiben, sodass der Arbeitsprozess für uns nachvollziehbar ist und sich bei intensiver Betrachtung immer wieder neue Interpretationsmöglichkeiten ergeben. Neben rein abstrakten Farbeindrücken sind dies aufgrund der horizontalen Ausrichtung von Bildformat und Farbverlauf insbesondere Visionen von Landschaft und Natur wie etwa Wolken oder Wellen. (Dr. Ferdinand Messner)

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Hans Schüle
geb. 1965 in Neckarsulm
Studium der Malerei und Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München und der Hochschule der Künste Berlin
Mitglied im Deutschen Künstlerbund
lebt in Berlin

In Werkgruppen wie „hybride“ und „membrane“ transformiert Hans Schüle den mikroskopischen Blick auf natürliche Strukturen und Lebensformen in zum Teil monumentale Skulpturen. Die Art der Verarbeitung, das Addieren von Kreisformen zu einer netzartigen Struktur lässt ebenso an Molekülmodelle wie an Gewebe oder Zäune denken, welche der Trennung dienen. Seit einigen Jahren arbeitet Schüle in dieser additiven Weise mit formal reduzierten und schweren Metallelementen, die er zu Netzwerken verschweißt, übereinander schichtet oder tableauhaft in die Fläche ausweitet. Die Skulpturen scheinen dadurch ein Eigenleben im Raum zu entwickeln und sich diesen gewissermaßen erobern zu wollen. Einzelne Objekte bleiben am Boden, andere erwecken den Eindruck, als hätten sie sich nach erfolgreicher Zellteilung verselbstständigt und würden an Wänden und Decken kleben. Die einfache Netzstruktur der Arbeiten und ihre freie organische Form legen die Multiplizierung nahe und eröffnen so dem Bildhauer die Möglichkeit, sich gleichsam malerisch-installativ im Raum zu entfalten sowie lokale Fixierungen der Skulptur zu überwinden.

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Joachim Schweikart
geb. 1958 in Singen
Lehre als Steinbildhauer
1985 freischaffend in Singen
1987 Kulturförderpreis des Cityrings der Stadt Singen
lebt in Radolfzell-Böhringen

Die Freude am Gestalten, dem Erarbeiten einer Skulptur, ist immer auch die Suche nach meinem ästhetischen Gestaltungsideal. Wie jede Skulptur etwas Geheimnisvolles haben sollte, ist der Schöpfungsakt einer Skulptur nur teilweise geistig zu erfassen und hat oft etwas Unerklärliches. Die Beobachtung und Beschäftigung mit Naturformen, mit Landschaft, mit Wolken und dem menschlichen Körper, führen zu einer profunden Sichtweise und dies hat mich im Laufe der Jahre zu meiner Formsprache gebracht.
Das Medium Stein ist ein weiteres Element in der Gestaltung. Die Materialgerechtigkeit, die dazu führt, dass  man erkennt, dass nicht alles im Stein machbar ist und man sich als Steinbildhauer seinem Handwerk anpassen muss.
Zuerst habe ich in der Regel eine ungenaue Vorstellung davon, was ich tun möchte, die erst dann feste Umrisse annimmt, wenn die Zeit der Ausführung kommt. Dabei fließen auch meine Erfahrungen am Stein mit ein. In den Jahren habe ich immer mehr Gestaltungswahrheiten in meinen Formen entdeckt. Wann muss ich eine Einschnürung machen, wann eine Fläche konkav oder konvex krümmen, um mich meinem Ideal anzunähern. Ideen werden seitenweise aufgezeichnet und immer wieder fesselt mich dann eine der Zeichnungen, die nun intensiv ausgearbeitet und im Stein umgesetzt wird. Selbst diese Umsetzung ist nicht bindend und Teile werden manchmal im Dienst der Gesamtskulptur während der Arbeit am Stein wieder verworfen oder umgestaltet. So entstehen auch während und nach der Arbeit an der Skulptur immer wieder Zeichnungen zum gleichen Thema.
Für mich bleibt es immer die Frage, was eigentlich Form und Gestalt ist. Zu anderen gesehenen Plastiken in der Vergangenheit kommt meine Art der Sichtweise von Form und Raum und all dies reagiert dann in der neuen, meiner Sprache und wird meiner Entsprechung nach ausgeführt. Deshalb finde ich es außerordentlich wichtig, Arbeiten anderer Künstler anzusehen und darauf zu reagieren.
Meine Art Bildhauerei zu betreiben ist den Stein zu meißeln. Ich mag den Widerstand des Materials, das Entdecken, Erfühlen, Erspüren eines neuen Rohblocks, den Verlauf seiner Adern, seine Konsistenz, seine unterschiedliche Härte, magmatisch oder durch Ablagerung entstanden.
Während der Arbeit mit dem Meißel ist es ein großes Glück sich zu vergessen, sich dem handwerklichen Akt hinzugeben, sich vom Meißel, dem Stein und der Idee führen zu lassen und alles Andere unterzuordnen. Vorlieben und Abneigungen und das Nachdenken darüber ist das Gerüst meiner Arbeit. Wenn ich mit einer Form zufrieden bin, kann ich zwar versuchen dies zu erklären, warum ich gerade diese Form gemacht habe, komme aber oft nur zu dem Ergebnis, dass diese Form für mich schlüssig war. (Joachim Schweikart)

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Alf Setzer
geb. 1956 in Betzigau / Allgäu
Studium der Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, Meisterschüler bei Emil Cimiotti
seit 1993 Dozent an der Abteilung für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
lebt in Stuttgart
Willi Siber
geb. 1949 in Eberhardzell
Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Meisterschüler bei Prof. Herbert Baumann
Mitglied im Deutschen Künstlerbund und im Künstlerbund Baden-Württemberg
lebt in Reutlingen und Dietenwengen

Willi Sibers Kunst wirkt fern und nah, präsent und immateriell zugleich. Die Auseinandersetzung mit den Grundlagen sinnlicher Wahrnehmung, optischer und haptischer Anschauung, mit dem Erleben von Form, Oberfläche, Materie und Raum bildet die Basis in seinem gesamten künstlerischen Schaffen. In welchem Medium er sich auch ausdrückt, in seiner Malerei, seinen Holzskulpturen, Wand- und Bodenobjekten, immer führt er bildnerische Ordnungsprinzipien verschiedenster Art ins Feld - und widmet sich zugleich deren Demontage.
Willi Sibers Formkörper und Bildzyklen untersuchen das Material Holz und das raumbezügliche Verhältnis von Relief und Skulptur. Voluminöse Gitterobjekte stehen mit ihrer Filigranität und Transparenz neben kompakten stereometrischen Körpern, deren splissige oder sägerauhe, zapfenbesetzte Oberflächen materielle Vitalität, Verletzlichkeit und Entkörperlichung assoziieren. Der Eindruck von Schwere und Leichtigkeit, Dichte und Auflösung, Raumtiefe und Oberflächenkonzentration steht im Vordergrund einer irritierenden Form- und Oberflächenbehandlung, welche die Gewissheit unserer Seherfahrung hinterfragt.
Im architektonischen Kontext entwickeln seine Werke einen raumbezogenen Charakter. Mit sensiblem Gespür für ortspezifische Situationen gestaltet Willi Siber Rauminstallationen, die im Sinne des Environments das Erscheinungsbild ihrer architektonischen Umgebung beeinflussen und verwandeln.
Der innovative Umgang mit dem Material Holz lässt Willi Sibers Oeuvre eine besondere Bedeutung in der Erneuerung der Holzbildhauerei zukommen. Auf der Suche nach immer neuen künstlerischen Ausdrucksformen ist jüngst die plastische Arbeit mit Stahlelementen ergänzend hinzugekommen.

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Reinhard Sigle
geb. 1954 in Stuttgart
Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
lebt in Deisslingen
Artur Stoll
geb. 1947 in Freiburg / Breisgau, gest. 2003
1969-75 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
1974 Villa-Romana-Preis, Florenz
1977 Gastaufenthalt Villa Massimo, Rom
1981 Förderpreis Glockengasse, Köln
1988 Reinhold Schneider-Preis der Stadt Freiburg im Breisgau
1989 Kunstpreis des Landes Baden-Württemberg, Förderpreis
1999 Erich-Heckel-Preis des Künstlerbundes Baden-Württemberg

Bei den neoexpressiven Bildern von Artur Stoll bleibt die Handschrift des Künstlers sowie der Mal- und Entstehungsprozess erkennbar. Zum einen aufgrund des pastosen Farbauftrags, des geradezu handgreiflichen Umgangs mit Farbe als formbare Masse. Zum anderen deshalb, weil die Farben nicht wie gewohnt auf einer Palette gemischt, sondern rein auf den Bildgrund aufgetragen wurden, sodass sie auch innerhalb der dicken Farbbahnen noch unterscheidbar bleiben. Auf diese Weise verleiht der Maler seinen Bildern eine Tiefe, Plastizität und Dynamik, die über seine expressionistischen Vorbilder hinausgeht. Nicht nur das Bild selbst wird hier zum eigenständigen Objekt, das sich von seiner Umgebung abhebt, sondern die Malerei als solche, Pinselduktus und Farbe, scheint hier ein Eigenleben zu führen. Die Einbeziehung gegenständlicher Motive wie Tier oder Blume schmälert diesen Eindruck keineswegs, sondern verstärkt ihn sogar noch. Denn statt den Gegenstand abzubilden, bringt ihn der Künstler mit seiner Malerei erst hervor. (Dr. Ferdinand Messner)

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Gabi Streile
geb. 1950 in Karlsruhe
1970-76 Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei den Professoren Klaus Arnold, Peter Dreher, Harry Kögler und Franz Bernhard
1977 Förderpreis der Sparkasse Karlsruhe
1981 Jugendpreis "Hommage à Baden-Baden"
1987 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg
1992 Kunstpreis der Stadt Bühl
1996 Zeitgenössische Kunst, Kunstpreis der Stadt Offenburg
2002 Hanna-Nagel-Preis der fünf Präsidentinnen, Karlsruhe
2002-03 Arbeitsstipendium Mummelsee
2003 Aufenthalt im Atelier der Kunststiftung Baden-Württemberg in Berlin. Mitglied im Künstlerbund Baden-Württemberg, der Münchener Secession, der GEDOK und dem Bundesverband Bildender Künstler
lebt in Oberkirch

Die Bilder von Gabi Streile werden von der Künstlerin explizit als „Land“schaften benannt und wecken dementsprechend gegenständliche Assoziationen. Wie bei traditioneller Landschaftsmalerei entsteht eine imaginäre Tiefenwirkung durch Andeutung einer Horizontlinie, die damit verbundene Trennung in Vorder-, Mittel- und Hintergrund sowie die eingefangenen atmosphärischen Stimmungen. Gabi Streile kommt es jedoch nicht auf die möglichst genaue Wiedergabe eines realen Landschaftsausschnitts an. Ihre Landschaften sind weniger ge- als erfunden, ihre Werke sind nicht primär Abbild von etwas anderem, sondern Bilder, die im Kopf entstehen und wie abstrakte Malerei für sich selbst Bestand haben und wahrgenommen werden sollen. Sie sind zuallererst reine Malerei, die zwar nicht ganz auf Motiv und Inhalt verzichtet, diese aber in Farbe, autonomer Form und plastischen Pinselstrichen bis an die Grenze ihrer Erkennbarkeit auflöst. Die skulpturale Qualität der gestischen Strukturen aus Ölfarbe lässt uns den Entstehungsprozess der Werke nachvollziehen und ergänzt zudem die bloß fiktive Räumlichkeit durch einen realen Raumbezug. (Dr. Ferdinand Messner)

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Markus F. Strieder
geb. 1961 in Innsbruck
1984-90 Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Jürgen Brodwolf, 1990 Akademiepreis
2005 Professorenvertretung für Skulptur an der Kunsthochschule Grenoble
2012 Preis der Helmut Baumann-Stiftung Göppingen
lebt in St. Julien Molin Molette / Frankreich und Pfinztal

Markus F. Strieder schlägt mit seinen Werkgruppen gleichsam eine Brücke von der Zeichnung zur Skulptur, wobei den so genannten „Linien“ eine Scharnierfunktion zwischen seiner elementaren Grafik und seinen geschmiedeten Plastiken zukommt. Das Ausgangsmaterial bilden dabei massive Vierkant-Stahlstangen, deren Durchmesser und Querschnitt sich durch vielfaches Walzen verändert und die schließlich in glühendem Zustand aus der Walze in eine Tonne hineingeschossen werden, wodurch sich knäuelartige Linienverläufe herausbilden. Auf diese Weise entstehen durch die im Material selbst angelegten Kräfte, die der Künstler nicht nur zur Entfaltung bringt, sondern aufgrund seine Erfahrung wie kein anderer auch gezielt steuern kann, Raumzeichnungen, also Zeichnungen im Raum. Diese greifen die in den grafischen Werken auf Papier bereits angelegte, aber dort eben nur fiktionale Räumlichkeit auf und übertragen sie auf den realen Raum, sodass nicht nur Umgebung und Hintergrund zum Teil ihrer selbst werden, sondern auch der Betrachter verstärkt mit einbezogen wird, indem sich sein Eindruck von der Skulptur entsprechend seines eigenen Betrachtungswinkels wandelt. Demgegenüber handelt es sich bei Strieders massiv geschmiedeten Vollplastiken um formal äußerst reduzierte Bodenskulpturen mit extremer Materialpräsenz, denen auf ihre Art wiederum eine erstaunliche Raumwirkung zukommt.  Nicht aufgrund ihrer filigranen und dynamischen Linienführung, sondern ihrer elementaren Grundformen wie Kreis, Würfel oder Kreisel und der darin verdichteten Energie stehen auch sie nicht einfach im Raum, sondern erschaffen einen Kunstraum, in dem sich Begegnungen mit den Betrachtern und anderen Werken ereignen können. (Dr. Ferdinand Messner)

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Robert Thiele
geb. 1941 in Milwaukee, Wisconsin
1964 B.F.A., Sculpture, Kent State University, Kent, Ohio
1966 M.F.A., Painting, Kent State University, Kent, Ohio
1981-82 Individual Artist Fellowship, State of Florida
1988-89 Individual Artist Fellowship, State of Florida
2007 Individual Artist Fellowship, State of Florida
bis 2006 Lehrtätigkeit an der Kunsthochschule Miami, Florida
lebt in New York und Miami

Die sich sowohl in den einzelnen Werken als auch im Gesamtwerk von Robert Thiele manifestierende Polarität zwischen Malerei und Skulptur bildet eine zentrale Konstante seines ansonsten extrem vielfältigen Schaffens, das nicht nur gängige Gattungsgrenzen von Malerei und Grafik bis zu Skulptur und Objektkunst überwindet, sondern diese sogar in ein und demselben Werk unter Verwendung unterschiedlichster Materialien wie Holz, Gips, Beton, Zinn, Acryl, Glas, Wachs, Leinwand, Seide, Harz oder Eisen vereint. Den kleineren Wandarbeiten ist trotz variierender Formen und Materialien zum einen gemein, dass sie aufgrund ihrer geweißten Oberfläche und ihrer Verbindung zur Wand gleichsam aus dieser herauszuwachsen, sie zu durchdringen und somit eine Verbindung zum Außenraum herzustellen scheinen, was wiederum einem plastisch-installativen Konzept entspricht. Zum anderen wird die Sogwirkung, die auf diese Weise auf den Betrachter ausgeübt wird, noch dadurch erhöht, dass es sich bei den Objekten nicht einfach um massive oder hole Skulpturen, sondern um Behältnisse handelt, die eine tiefere Schicht, ein Geheimnis in Gestalt von Malerei oder Mixed Media beinhalten, das durch gitterartige Strukturen oder milchiges Glas teilweise unseren Blicken und unserem Zugriff entzogen bleibt. (Dr. Ferdinand Messner)

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Micha Ullman
geb. 1939 in Tel Aviv
1960-1964 Studium an der Bezalel-Akademie für Kunst und Design, Jerusalem
1965 Studium an der Central School for Arts and Crafts, London
1970-1978 Lehrtätigkeit an der Bezalel-Akademie für Kunst und Design, Jerusalem
1976 Gastprofessur an der Kunstakademie Düsseldorf
1979-1985 Lehrtätigkeit an der Fakultät für Architektur und Stadtplanung, Technion, Haifa
1979-1989 Lehrtätigkeit in Plastik und Zeichnung am Fine Arts Department, Haifa University
1980 39. Biennale in Venedig
1985 Sabbatical in New York
1987 documenta VIII in Kassel
1989 DAAD-Stipendium, Berlin
1991-2005 Professur für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
1992 documenta IX in Kassel
seit 1996 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin
2004 Ehrendoktor der Philosophie der Hebräischen Universität Jerusalem
2005 Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg
Micha Ullman lebt in Ramat Hasharon und Stuttgart
Rudolf Wachter
geb. 1923 in Bernried, gest. 2011 in München
1949-56 Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München, Meisterschüler bei Prof. Josef Henselmann
1960 Kunstpreis Oberschwaben
1974 Schwabinger Kunstpreis, München
1990 Kunstpreis der Stadt Rosenheim
1993 Kunstpreis der Landeshauptstadt München
1995 Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
2002 Bayerischer Verdienstorden
2003-2011 Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
2003 Retrospektive anlässlich des 80. Geburtstags in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München
2007 Oberschwäbischer Kunstpreis

Ausgangspunkt und Material des Künstlers war Holz, das er als lebendigen Werkstoff begreift, mit dem er in einen Dialog tritt. Aus dieser Zwiesprache entwickelte er Skulpturen, die nicht gegen, sondern nur mit den Möglichkeiten der Natur realisierbar sind. Der Schnitt mit der Kettensäge in den frisch gefällten, noch feuchten Holzstamm bis ins Zentrum, das so genannte Herz eines Baumes, war seit den 70er Jahren Ausgangspunkt von Wachters plastischer Arbeit. Die großporigen Zellen der äußeren jüngeren Jahresringe eines Baumstamms enthalten mehr Wasser als die älteren und verdichten sich während des Trocknens stärker. Ein radialer Schnitt öffnet sich daher keilförmig. Das Holz entwickelt durch einen solchen Kern- oder Schwundschnitt formverändernde Kräfte. Der Künstler überließ die Gestalt seiner Skulpturen nicht dem Zufall; er arbeitete mit einem lebenden Organismus und bezog dessen natürliche Prozesse in sein Werk ein. Damit hat Rudolf Wachter maßgeblich zu einer Neuformulierung der Holzskulptur in Deutschland beigetragen. Seine monumentalen Außenplastiken sind dabei ebenso wie seine für Innenräume geschaffenen Reliefs, Würfel oder Spiralen auf elementare Grundformen reduziert. Diese mit der Kettensäge immer aus einem einzelnen Holzstamm geschnittenen Körper treten in eine vielschichtige Wechselwirkung von Licht und Schatten, Umgebung und Betrachter, wodurch Form unmittelbar erfahrbar gemacht wird.

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Hermann Waibel
geb. 1925 in Ravensburg
1943-1945 Kriegsdienst, verwundet
1945-1949 Ausbildung als Restaurator und Kirchenmaler
1950-1951 Staatliche Akademie Freiburg bei Adolf Strübe
1981 Kulturpreis der Städte Ravensburg und Weingarten
1993 Kunstpreis KSK Esslingen-Nürtingen, 1. Preis
1996 Ernennung zum Professor durch das Land Baden-Württemberg
Helmut Wetter
geb. 1949 in Meßkirch / Baden
Studium der Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe
lebt in Karlsruhe
Rolf Wicker
geb. 1965 in Ravensburg
Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und der Kunsthochschule Berlin-Weißensee
2012 Kunstpreis der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe für Bildende Kunst in Mecklenburg-Vorpommern
lebt in Berlin

Wickers Arbeiten haben architektonischen Charakter und sind für den öffentlichen Raum prädestiniert, indem sie keine freien Erfindungen sind, sondern auf bereits vorhandene Architektur und architektonische Grundformen Bezug nehmen, diese aufgreifen, analysieren und zugleich dekonstruieren; an die Stelle gewohnt funktionaler Architektur und in Beziehung zu dieser tritt so ein autonomes Kunstwerk im öffentlichen Raum, das diesen verändert und als begehbare Skulptur die Grunddimensionen von Architektur ebenso wie von Skulptur neu erfahrbar macht, wobei die Zeitweiligkeit dieser gebauten architektonischen Gebilde ihre Zweckfreiheit noch unterstreicht.

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Herbert Zangs
geb. 1924 in Krefeld, gest. 2003 in Krefeld
1945-50 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, u.a. bei Otto Pankok
1952 Kunstpreis der Stadt Krefeld
1957 Premio Lissone. Lissabon
1962 Europapreis für Malerei, Ostende
1977 Teilnahme an der Documenta 6, Kassel

Ab 1952, noch vor den Arbeiten der Künstlergruppe ZERO, entstanden Zangs’ so genannte „Verweißungen“, mit denen er Kunstgeschichte schrieb. Dabei überzog er Alltagsgegenstände wie Dachziegel oder Zangen mit einer Schicht aus weißer Dispersionsfarbe und verwandelte sie so in Kunst. Ab 1957 entstanden dann Bildserien, bei denen Zangs Farbe mit Hilfe von Scheibenwischern auftrug und damit die seriellen Kunstrichtungen der 60er Jahre bereits vorwegnahm, sowie Plakatübermalungen, Peitschenbilder und Computerbilder, Blasen- und Beulenbilder, Pinselabwicklungen, Tuchbilder, Knitter- und Gratbilder und schließlich Rollstuhlbilder. Neben diesem äußerst vielseitigen abstrakten Werk schuf Zangs auch eine Vielzahl von gegenständlichen Arbeiten wie die auf seinen Reisen entstanden Gemälde und Aquarelle. (Dr. Ferdinand Messner)

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Sati Zech
geb. 1958 in Karlsruhe
1982-87 Studium der Bildhauerei und Malerei an der Hochschule der Künste Berlin, Meisterschülerin bei Prof. Lothar Fischer
1990 Gründung der Gruppe "M.A.X." (Berlin-Madrid)
1992 Gründung der Gruppe "berlin en bloc"
2007 Professur Meisterklasse Kloster Irrsee
seit 1984 Workshops und Lectures u.a. an der Academy for Fine Arts Marrakesch (Marokko), Civitella D'Agliano / IT, Kunsthochschule Berlin-Weißensee, Fachhochschule Dortmund, Freie Kunstakademie Gerlingen, Freie Kunstakademie Bad Reichenhall
1991 Villa Serpentara (Olevano Romano), Akademie der Künste Berlin, Stipendium für Stockholm, Karl-Hofer-Gesellschaft, Berlin
1993 Atelierhaus Worpswede
1994 Nachwuchs-Förderpreis der Abteilung Bildende Kunst der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München
1996 Barkenhoff Worpswede, Gaststipendium
1997 Schloss Wiepersdorf, Stipendium des Senats von Berlin
2006 Egmont-Schaefer-Preis für Zeichnung, Galerie im Turm, Berlin
2009 Yaddo, New York, USA
2010 Scholarship and Exhibition, Lux Art Institute, Kalifornien/USA
2014 Artist in Residence, Oaxaca/Mexico
lebt in Berlin

Eine von mehreren Konstanten im Werk von Sati Zech, die ihre unverkennbare, geradezu emblematische Bildsprache ausmachen, ist die koloristische Beschränkung auf Schwarz, Weiß sowie leuchtendes Rot, das man in Anlehnung an zwei Publikationen zu ihrer Arbeit auch als „fettes“ oder „rauschhaftes“ Rot bezeichnen kann. Neben dem optischen Effekt, dass die Signalfarbe Rot und die dunkle Nichtfarbe Schwarz zwangsläufig in den Vordergrund treten und die durch sie erzeugten Formen in den Raum hinein auszugreifen scheinen, zeigt sich darin auch die existenzielle Dimension der Kunst von Sati Zech: Rot steht ebenso als Symbol für Leben, Lebendigkeit, Sinnlichkeit und Körperlichkeit wie die unregelmäßigen, rhythmisierten Bollen ihrer gleichnamigen Bilder, in denen sich neben dem räumlichen Vor- und Hintereinander zahlreicher Bildebenen auch ein zeitlicher, ja geradezu musikalischer Ablauf manifestiert. Indem die Leinwand hier nicht mehr nur als Bildgrund fungiert, könnte man auch von einer Neuinterpretation des Leinwandbildes sprechen, bei der das Material in Gestalt aneinander genähter und geklebter Streifen gleichberechtigt neben der Ölfarbe steht. Im Unterschied zu diesen Stoffarbeiten erinnern die Papierarbeiten mit ihren eher linearen Formen eher an architektonische Skizzen und Entwürfe, wobei sich die Addition einzelner Bilder zu einem Ganzen, aber auch das Vorläufige infolge eines permanenten Hinterfragens und Zerstörens von bereits Vorhandenem als weitere Grundmotive erweisen. Dass Sati Zech diese Themen immer wieder mit neuen Materialien und Methoden umsetzt, zeigt sich bei neueren Serien wie den so genannten „Cut-outs“, wo die grafischen Elemente nicht mehr gemalt, sondern ausgeschnitten sind, sodass die Wandfläche zum Bestandteil des Bildes wird. Oder ihren Skulpturen aus Leder, bei denen sich allein durch die organische Stofflichkeit Assoziationen pulsierenden Lebens oder auch schwarzer menschlicher Haut ergeben, so wie die Strukturen der Bilder als Tätowierungen auf weißer Haut gesehen werden können. (Dr. Ferdinand Messner)

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